Ich pflanze einen Gedanken,
begieße ihn mit meinen Ideen
und schon bald
trägt mein Baum leckere Früchte.


Donnerstag, 19. April 2012

Ruinöse (Vor-)liebe - ein neues Hobby für sich

>>Was der Mensch vergisst, das holt sich die Zeit.<<
© Gothfrosch

Ich habe ein neues, gigantisches Hobby, ja gar Fieber, für mich entdeckt. Ich habe ja schon oft bekannt gegeben, dass ich Dinge mag, die in die Jahre gekommen sind. Bücher, Antiquitäten, Häuser und der Weiteren. Ich gehe total gerne über Trödel-, Floh- und Antikmärkte und habe auch schon ein paar Schätzchen für mich entdecken können.
Ich finde immer mal ein weiteres Buch für meine Märchenbuchsammlung, weitere Teile für das Silberbesteck oder einfach mal ein altes Parfumflakon. Ich liebe diesen leicht muffigen, staubgetränketen etwas moderigen Geruch des "Vergessenen"
Doch nun zur eigentlichen Aussage, denn das war ja bereits bekannt.
Ich sammle seit neustem Bilder von Ruinen. Es ist bereits eine stolze und große Sammlung und alle Bilder sprechen Bände für sich.
Das hat mich auch dazu animiert einmal selber solche Fotos zu schießen, denn sie sind großartig. Nun muss ich also eine geeignete Ruine dafür finden. Am besten eine alte Villa oder eine Fabrik.
Ich werde mal schauen, was sich so auffinden lässt.
Aber nun möchte ich euch mal eine kleine Kostprobe davon geben, was andere Fotografen schon auf die Linse gebracht haben und mich damit sehr beeindruckt haben:







Die Bilder sind nicht mein Eigentum und ich bin auch nicht der Fotograf.


Ein Traum in Schutt und Asche, nicht wahr?Aber was soll ich da noch weiter reden, lasst euch einfach von den Bildern die Geschichten erzählen.




Sonntag, 15. April 2012

Ich denke, also bin ich krank.




Mein Name ist Gothfrosch und ich habe Laktoseintoleranz und gelegentlich leide ich unter Migräne.

Sicherlich müsst ihr jetzt denken, dass bei mir zu viel Durchzug im Kopf herrscht, aber diese Begrüßungsfloskel ist schon längst nicht mehr abwegig. Immer mehr Leute setzen ihre Krankheiten stellvertretend für ihre Persönlichkeit. Schon längst heißt es nicht mehr: „Mein Haus, mein Auto und mein Boot, hier meine Visitenkarte.“  „Meine Allergie, mein Gendefekt und meine weiteren Krankheiten, hier meine Krankenakte“, ist mittlerweile schon fast realistisch geworden.

Vorweg möchte ich aber erwähnen, dass viele Krankheiten eine ernstzunehmende Sache sind, so ernst, dass man damit nicht um sich werfen sollte wie mit Konfetti.

Ich selber habe ja auch eine Allergie, habe aber gelernt mich damit zu arrangieren. Ich sag mir immer: Es hätte auch schlimmer kommen können, irgendwas hat ja Jeder. Nur macht das Irgendwas nicht Jemandem zu irgendwas Besonderem. Klar, es ist bemerkenswert, wenn man sich einem schweren Schicksal stellt, aber ist es nicht dann erst  lobenswert, wenn man es nicht wie ein Schild um den Hals mit sich trägt, sondern es mit Würden (er-)trägt? Allzu oft habe ich jetzt den Wandel in der Gesellschaft beobachten, wo mit den körperlichen Seltsamkeiten die Latten gemessen wurden. Der Krankheitskrieg aus den Ärztewartezimmern scheint irgendwann mal ausgebrochen zu sein und verbreitet sich nun in der U-Bahn, beim Bäcker und sogar in der eigentlich so krankheitsfreien Zone, in den Clubs. Der Tanz der Gebrechlichkeit hat begonnen und oft habe ich schon Leute getroffen, die beim Bäcker ganz fanatisch erwähnen mussten, dass ja dieses und jenes bloß nicht im Gebäck enthalten sein soll WEIL sie ja eine ganz heftige Allergie haben, die sich so und so äußert. Das Weil und mit welchen Folgen will doch kein Mensch wissen, zumindest will ich es nicht. Da gibt es nur 2 Optionen zur logischen Erklärung dieses Verhaltens:  1. Bewusst herbeigehofftes Mitleid oder 2. Sie sind tatsächlich nicht krank und zeigen nur gerne ein Stickeralbum der Krankheiten herum oder schlimmsten Falls trifft beides zu… Den Plötzlichen BOOM der Laktoseintoleranz erwähnte ich ja bereits 2010 in dem Beitrag (hier der Beitrag) und seit dem ist es drastisch angestiegen. Dazu kommt ein total unlogischer und übertriebener Modeboom von Veganismus, bei meinem Erachten nach teils viel zu jungen Menschen, die sich wegen „Mode“ jetzt tatsächlich kaputthungern. Ich möchte hier nicht den Veganismus verteufeln, aber die (jungen) Leute wissen teilweise nicht was sie da tun und haben keine Ahnung, wie sie damit umgehen sollen. Ohne darüber richtig Bescheid zu wissen, stürzen sie mit Kopfsprung in ein Becken ohne Wasser. Was zählt ist: Hauptsache mitmachen.

Doch nicht nur eine unproportionale Verdichtung von Allergie- und Lebensbekenntnissen ist mir ins Auge gesprungen, noch viel brisanter finde ich, dass viele Krankheiten als Rechtfertigung und maßgeblichen Ursprung eines Persönlichkeitsbildes genutzt werden.

Es gilt an dieser Stelle erst einmal zu klären was eine Krankheit ist, gut ich bin keine Fachfrau, aber meine Interpretation ist: Eine Krankheit ist ein meist schwer oder kaum heilbarer Prozess, der die Person in einen für das Leben gefährlichen Zustand manövriert. Im Schlimmsten Fall so etwas wie AIDS oder Krebs. Viele dieser schlimmen Krankheiten werden von gefährlichen Viren oder Erregern oder schädlichen Umwelteinflüssen ausgelöst. Ein Husten oder ein Schnupfen ist keine Krankheit, dies sind meist Säuberungen des Körpers durch die Aktivierung des Immunsytems. Nichts mit Gendefekten oder irgendwelchen Krankheiten. Es sind ganz natürliche Prozesse, die sogar am Ende etwas Gutes für uns übrig haben. Warum kriegt man denn sonst nach kurzer Zeit keine 2. Erkältungen?

Ich  wollte aber noch auf einen ganz anderen Punkt zu sprechen kommen:
 Es werden oft Dinge als eine Krankheit bezeichnet, die an und für sich nicht direkt eine Krankheit im klassischem Sinne sind. Die Eigeninterpretation mit ein bisschen Gesülze aus Film, Gesellschaft und Hysterie sind ein super Potpourri  der Apokalypse für die Selbstdiagnose einer „Krankheit“.
Ich liebe ja die Auskünfte über  „Schwippschwäger, dessen Hunde mal in einen Internetforum Antworten auf  Fragen wie „ Was habe ich für eine Krankheit? Ist es dies oder das? Muss ich sterben?“ gegeben haben und dem Googler dann das Gewissen zu belästigenruhigen. Solche Leute sollte man ja eh mit der Mistgabel durchs Dorf jagen. Nicht nur, weil sie Leuten schon glaubhaft den Tod erklärt haben, sondern weil sie teilweise auch mit einem Dünnschiss auf die eigentlichen Fragenpunkte eingehen. Ganz nach der Devise „ich weiß was, ich muss meinen Senf dazu abgeben“. Ich schweife ab…

Ich stelle nun konkret die Fragen:
Ist es z.B. eine Krankheit wenn Menschen etwas Schlimmes erlebt haben und daraufhin Probleme mit ihrer  Psyche bekommen? Hat das irgendwas mit krank zu tun, wenn die Psyche bei sowas verständlicherweise nicht mitmacht? Ist es eine konkrete Krankheit? Nein! Nein! Und nochmals Nein! Psyche ist Geist und ein Geist wird nicht krank. Gedanken infizieren sich nicht durch Erreger, sie kriegen höchstens Mauern oder lösen andere Gefühle aus. Sicherlich ist das Bild einer kranken Psyche so entstanden wie der ominöse Selbstmord. Wie in aller Herrgottsnamen soll man sich, wie sonst durch Dritte gemordet, auf einmal selbst morden? Zumal es schon nicht funktioniert, weil ein Mord eigentlich nie freiwillig ist, ein Suizid hingegen schon.

So ist wohl auch die kranke Psyche entstanden. Etwas völlig Ungreifbares bekommt plötzlich etwas „organisches“ eingepflanzt. Ich mache mir wahrscheinlich mit dieser Aussage keine Freunde, aber ich finde die Wortwahl so schlecht, dass es doch nur dazu einlädt, dass die Leute von klein auf solche Worte wie Schwämme aufsaugen, um sich, wenn benötigt daran zu bedienen. Die Wortwahl ist einfach unpassend. Man soll wenn schon von einer gestörten Psyche reden, nicht aber von einer kranken.

Doch, um mal wieder etwas den Wind aus den Segeln zu nehmen:
In Deutschland wird sich durch und durch schlecht um Leute mit psychischen Störungen gekümmert, da wundert es mich auch nicht, dass solche Worte wie Selbstmord und kranke Psyche nicht schon längst durch kompetente Beratung vertrieben wurden. Menschen, die merken, dass sie Probleme mit ihrer Psyche haben suchen nach einem Psychologen, was ja auch normalerweise neben einer Vitamin-B-Behandlung der logische erste Schritt ist. Doch der Psychologe nimmt die Leute meistens  nicht ernst, da ja mittlerweile alle möglichen Leute denken sie seien jetzt psychisch KRANK, weil sie sich mal mit jemandem gestritten haben. Hier tritt dann die Relativierung durch Andere in Kraft.  Was auch häufig der Fall ist: die Psychologen haben volle Terminpläne und behandeln nur noch auf private Bezahlung. Dass kann sich natürlich Jemand leisten, der grade in dieser bombigen Wirtschaftszeit seinen Job, seine Familie und seinen Wohnsitz verloren hat. Der Psychologe denkt auch meist im Traum nicht daran die Leute zu behandeln, die nicht privat bezahlen. Also muss der Patient sich einen anderen Weg suchen, denn es gibt nichts Schlimmeres, als die Nichtbehandlung der Menschen mit psychischen Störungen. Und am Ende steht dann die Psychiatrie als Ausweg da. Sie sind nicht per se schlecht, stehen nur als Erstbehandlung wie Kanonen vor Spatzen. Unpersönlich, kalt, teilweise leider auch Massenabfertigungen und allzu oft Fixierung, die noch mehr Traumatas auslöst. Dann kommt irgendwann die Pille, die das Wesen nicht allzu selten komplett verändert. Ist die Pille immer DIE Lösung? Vor allem sind die Nebenwirkungen ja auch nicht ohne… Die Pille gegen alles gibt es eben nicht. Es gibt ja durchaus gute Therapiemöglichkeiten, die auch oft Erfolge zeigen. Doch wo das Geld fehlt, fehlt auch die Heilung.

Überall Aufklärung, die nicht aufklärt sondern einredet.  Warum lässt man alles zu „krank“ verkommen? Warum erzählt man anderen Menschen öfter von seinen Kopfschmerzen, Durchfall (eigentlich alle Beide für mich auch keine Krankheiten, sondern ganz normale Reaktionen des Körpers auf Umwelteinflüsse, aber ein Haufen andere Menschen bezeichnet es als Krankheit und sonst wäre ja auch mein Text hier für die Katz oder den Zahnarzt oder den Ornithologen oder das Veterinäramt…) und was sonst noch zur Appetitanregung dazugehört, als davon zu erzählen, dass man im Park war und einen alten Freund dort  getroffen hat? Ist es aus Angst, dass  man damit etwas erzählen würde, was die Person gegenüber nicht verstehen würde? Natürlich versteht sie das und sie kann es genauso nachempfinden wie Kopfweh und Konsorten.

Oder mittlerweile auch als App zum Krankheitsalbum für jedes Smartphone erhältlich:
Die Selbstdiagnose! Juche! Kündigt alle Ärzte und baut von dem eingesparten Geld Spielplätze für die Welt! Wenn sich doch der Körper in einem für die Person noch unbekannten Zustand befindet, warum machen die Leute dann so gerne Selbstdiagnosen? Wenn sie gleich wissen was sie haben dann trifft vielleicht folgendes zu:
- Sie haben Nichts.
- Sie sind Arzt.
- Sie wollen krankfeiern und wisse mit wem. (Oder soll ich zum Verständnis ehr „was“ sagen?)
- Sie haben eine blühende Fantasie.
- Sie lesen zu viel in Frage-/Antwortforen.
- Sie haben Schwippschwäger.
- Der Schwippschwager hat einen Hund mit Internetzugang.

Ist dieses „um-sich-werfen-mit-Krankheiten“ nicht pietätlos und eine Beleidigung an Menschen mit ernsthaften Krankheiten? Im Mittelpunkt steht nicht mehr der Mensch der leistet, sondern der, der leidet. Es bekommt immer der die ganze Beachtung, der den Clown macht oder am lautesten schreit, und dabei rückt der eigentlich kranke Mensch in den Hintergrund, und macht mittlerweile eine Relativierung und Abwertung seines Zustandes dadurch bedingt mit, da man „sowas doch ständig hört“… Der Vetter von der Inge hat das auch… Da fällt mir echt nichts mehr zu ein. Einfach nur noch: ARGH!

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Also mal die Dialysen runtergefahren:
Mein Name ist Gothfrosch und ich schreibe für mein Leben gerne meinen Blog. Worte haben es mir total angetan und sind wohl eine große Liebe von mir. Worte sind für mich Magie. Mit ihnen zu spielen ist das reinste Mindgame. Faszination Wort.

Lange Zeit habe ich kein Lebenszeichen von mir gegeben. Nun ist die Zeit vielleicht wieder vorbei und ich husche öfter mal wieder auf meine virtuelle Gedankenplattform.



Ich hoffe, dass man es mir entschuldigt, dass ich so lange nichts mehr von mir habe hören lassen. Ich steckte mitten im Umzug und habe diese einmalige Chance genutzt mein Leben etwas umzukrempeln und aufzuräumen. Ich konnte mich immer mehr fürs Kochen und die Gartenarbeit begeistern. Dass ich einen Garten habe ist ein Segen für mich. Er ist zwar sehr klein und ich kann nur 50cm tief buddeln, da ich sofort auf altem Gestein lande, aber man glaubt nicht, was man damit alles anstellen kann. Wie der Garten, so brauchte auch das Häuschen sehr viel Zuwendung und ich stand 2 Monate kontinuierlich mit Maleroverall, Bohrer, Schwingschleifer, Pinsel und Hammer am Werke. Zum Glück habe ich sehr hilfsbereite Vermieter/Nachbarn, die regelmäßig mit Essen und Werkzeug vor der Tür standen. Es ist in den ersten 3 Monaten das reinste Schlachtfeld gewesen,ber am Ende kann man sagen, dass man es selbst gemacht hat. :)
Ich habe halt ein offenes Herz für das, wo andere behaupten, dass es „kaputt“ sei. Die Pflege und Liebe zu solchen Dingen erfüllt mich mit Freude.

In diesem Sinne möchte ich mit der Freude verbleiben, endlich wieder den wörtlichen Anschluss geschafft zu haben.

XOXO

Gothfrosch