Ich pflanze einen Gedanken,
begieße ihn mit meinen Ideen
und schon bald
trägt mein Baum leckere Früchte.


Sonntag, 30. Januar 2011

Mit Pinkelpausen durch die Galaxis: Bildschirmschoner waren auch mal besser!

Wie versprochen, folgt nun der Ausschnitt im Leben einer Gothfrosch, mit dem Kapitel MIDEM 2011:

Wir schreiben das Zeitalter 2011. Es ist Freitag der 21.01, 20:00Uhr:

Der Beginn einer 14 Stündigen Autofahrt, mit ganz viel Spaß und keine Lust mehr, zum Nulltarif.
Die tüchtige Hausfrau hat fleißig Schnitten geschmiert, als wenn sie mit 4 Kindern in den Urlaub fährt.
Los geht die Fahrt.
Wo man zuvor noch 75€ beim Tierarzt latzen musste, stellte man nach 150 Kilometenr fest, dass man sein Privatgeld zu Hause vergessen hat. Das konnte ja heiter werden, materte mein Hirn mir ein. Und das wurde es auch.
Nach knapp 1 1/2 Stunden musste die erste von vielen Pinkelpause eingelegt werden.
Nach ca. 2 Stunden auf der Höhe Bitburg, begann es dankender Weise zu schneien. Beim betätigen des Fernlichtest hätte der Wagen, fast von selber und vor lauter Schock, den Graben aufgesucht. Es schneite wie bei Frau Holle. Mal ganz nebenbei: Kennt ihr noch den Windows XP Bildschirmschoner, wo man durch die Sternengalaxis fährt? :D
Aber da wir ja das Glück im Jamba-Abo haben, hörte der Schnee schon nach 70 Kilometern, auf der Höhe Luxemburg auf. Die nächste Pinkelpause klopfte an meine Blase.
Es wurde die letzte Raststätte auf der Strecke durch Luxemburg angesteuert. Der Tank bedurfte auch bereits nach Benzin für 1, 25 € pro Liter. Da wir zu dumm zum Schilder lesen waren, landeten wir auch gleich an einer LKW-Zapfsäule mit LKW Diesel.Was nun? Natürlich rückwärts zurückfahren und den Bordstein übersehen, der sich mit einem melodischen Krachen dem rechten Hinterreifen vorstellt. Es konnte nicht mehr schlimmer werden? Doch! Schließlich musste ich noch dringend auf Toilette und auf dem Parkplatz stellte man fest, dass anscheinend alle Schulen Luxemburgs eine Klassenfahrt hatten. Das war glaube ich für diese Fahrt die letzte Pinkelpause, die ich nicht unter dem Panoramadach des Sternenhimmels einlegen durfte.
Nach 15 Minuten Wartezeit, ging es auch gleich mit den gepellten Eiern aus der Tupperdose weiter, die das Auto vermieften. 300 Kilometer später bei Besancon, verfuhr man sich das erste Mal. Wir fanden den Boulevard Président John F. Kennedy nicht. Doch dann ging es heiter weiter über die Avenue Pasteur, die Route de Lons le Saunier auf die Avenue de Bad-Kreuznach. An dieser Stelle möchte ich, dass ihr den letzten Satz nochmals mit Elfenzunge lest, aber nur Bad Kreuznach am Ende eine Kölsche-Betonung zuordnet.
Schlappe 3 Kilometer später rief die nächste Pinkelpause nach mir. Ich habe wahrlich gelernt. Entweder lege ich mir das nächste mal selber einen Katheder oder unterbinde es während einer 1200 Kilometer Autotortur, Tee zu trinken. Nur gab es weit und breit keine Sanitäranlagen, man befand sich ja auch in Mitten eines Kaffs, wo ich nicht sagen möchte, dass es hässlich war. So durfte ich die Erfahrung machen, wie es ist bei gefühlten    -8 °C etwas natürliches direkt der Natur zu schenken. Per to per. Onto, into. Ich kam mir total beobachtet vor. Den kleinen Wagen im Blickfeld, durfte ich also feststellen, dass Mutter Naturs Sanitäranlagen sehr zu wünschen übrig lassen.
Was fehlte jetzt noch im Repertoire eines schlechten Frauentages? Richtig, die Kopfschmerzen. Durch die trockenen Heizungsluft geplagt, hatte mein Gehirn eine Schrumpfung vollzogen und war nun wohl auf die Größe einer Rosine angetrocknet. Man entschied sich also, mir etwas Schlaf zu gönnen, der eine viertel Stunde später von dem Gefühl, als wenn einem der Magen zwischen die Schulterblätter schwebt, unterbrochen wurde. Man hatte eine sehr wellige Strecke erreicht, wo das Spielkind am Steuer natürlich drüberbrettern musste.
Es blieben mir weitere 150 Kilometer Schlaf, dann kam ein Tankstellenstop um etwas 6:00 Uhr morgens. Ich trank zu meinem Übel kurz darauf etwas Cola, deren Kohlensäure ich nicht mehr los wurde. So wurden zwei Nothalte eingelegt, wo ich etwas spazieren gehen konnte, was natürlich nichts brachte.
Meinerseits wurde danach gemütlich (mit Kohlensäurelast) weitergeratzt, bis man mich voller Entsetzen weckte, wir befanden uns 1200 Meter über dem Meeresspiegel, es lag Schnee und die Strecke war der reinste Slalom. Vor uns befand sich ein Urlaubsbus mit 60 Rentnern, die wahrscheinlich auf der Strecke allesamt ihr Testament schrieben. Ganz unbeeindruckt schlief ich eine weitere Stunde. Beim Aufwachen wurde ich mit einem himmlischen Anblick belohnt. Es war 9:00 und die Sonne begann auf die umliegenden Berge zu strahlen.
Die Aussage "ein Lichtblick", bekam hier eine ganz neue Bedeutung:



Es galt noch ungefähr 200 Kilometer zu schlagen, quer durch die Berge mit ganz viel Kurven, Kurven und am Steuer sitzende Rentner in den Kurven. 20 Kilometer vor dem Ziel, auf der Höhe Grasse, entschloss ich mich dann doch mal wach zu bleiben, schließlich schien die Sonne und das Meer rückte immer näher. Bergabwerts befanden wir uns schließlich am Ziel. Golfe Juan.  Ein seltsames Resümee: Man fährt mit großen Erwartungen los, kommen auf 1200 Meter Höhe und landet am Ziel dann doch bei null, genau gesagt: exakt bei null Metern über dem Meeresspiegel. Hinter einem liegt 1200 Kilometer Strecke im Leben eines pubertierendes Teenagers:
Es ging auf und ab, Kopfschmerzen und zu zweit auf die Toilette zu gehen, aber über das Pinkeln in den Gegenwind brauche ich glaube ich nicht mehr zu reden. :D


Dank der 8-Seitigen ADAC-Routenempfehlung erlebte man eine Tour de France auf die besondere Art und Weise, aber all das hat sich total gelohnt. Seht selbst:




Samstag, 29. Januar 2011

Hurra, hurra! Die Gothfrosch, die ist wieder da!

Diesen Januar hatte ich die Ehre, zum zweiten Mal als Messeaussteller auf der MIDEM in Cannes, dabei zu sein.
Das klingt alles richtig toll - ist es auch :D - heißt aber auch:
1200 Kilometer pro Autostrecke, 4Tage Arbeit und schlussfolglich pennt man den Rest des Tages und ist damit beschäftigt seine Füße zu reanimieren.
Ausführliche Details folgen.

Da ich aber jetzt rund eine Woche untreu war, muss ich ab morgen etwas ranklotzen.
Oder um es oettenglisch zu sagen:
I have to put a tooth too, because only the early bird catches the worm. :D


Hier aber schon mal ein kleiner Vorgeschmack:


Samstag, 15. Januar 2011

Erkältung, Dieter Bohlen und anderer Schwachsinn aus dem TV

Ich habe mir ja zu allem Überfluss letzte Woche eine nette Erkältung geholt. Die war im Sonderangebot zusammen mit Fieber und Husten der länger hält. So kommt es, dass mein Fieberthermometer mir die Ortstemperatur von Ägypten vorhersagt. Natürlich die vom Sommer. Wer brauch denn da noch Kachelmann, die sollen einfach mich das nächste Mal fragen, ich steh eh nicht auf Frauen. ;P

Und was macht man alles außer rumschimmeln und rumsterben? Genau Fernseher gucken.
Das Schlimme daran ist: Man guckt zu Uhrzeiten, wo wirklich mehr Müll als Müll läuft.
So habe ich mir doch tatsächlich die erste Sendung von der 8ten DSDS-Staffel angeschaut. Naja, nur 15 Minuten, danach hatte ich wahrscheinlich einen Grad Fieber mehr. Die Sendung hat doch jeglichen Sinn zur Realität verloren, oder? Dieter Bohlen kommt total cool im dicken Schlitten vorgefahren. Stellt euch einfach vor, dass euer Vater das macht, dann wisst ihr ungefähr wie uncool ich das finde. Und dann diese Kandidaten, die ein bisschen zu viel von sich halten. Irgendwann hatte ich wirklich zu viel. Später am Abend lief irgendein Film mit einem Computer-System, dessen manuelle Steuerung ein Eigenleben entwickelt hat und die ganzen Programmierer zerlegt hat, um fleischlich zu werden. Da hätte ich mir eine Gastrolle von manchen DSDS-Kandidaten gewünscht. Aber warum glauben diese Leute bei DSDS, dass sie wirklich berühmt werden? Wer heute noch Alexander Klaws hört, wird für bekloppt erklärt. Oder kennt ihr noch Elly? Was ist aus solchen Leuten geworden?

Aber das mit dem Glaube an manche Dinge, findet man im TV wirklich nicht selten. Man nehme die Fernsehwerbungen. Ob die Produzenten eigentlich ihr eigenes Produkt kaufen würde, was sie da so überkandidelt umwerben? Komm, wer hat sich bei Zott Jogolé nicht gewünscht, dass der geworfene Becher platzt? Und dann diese Musik. Und alles so überkandidelt fröhlich…

Ach, seht es euch einfach selbst an:


Montag, 10. Januar 2011

Keine Zeit reloaded. Klappe die 2te.

Beim vorherigen Beitrag habe ich ausführlich meine Zeit als Rentner beschrieben, doch um nicht ganz von meiner Altersklasse abzuschweifen, habe ich noch ein weiteres keine Zeit - Phänomen beobachtet. Seit der verdenglischung der Deutschen Sprache, ist aus zum mitnehmen, der to go-Wahn entstanden und hat bereits unvorstellbare Ausmaße angenommen. Nicht, dass ich etwas gegen einen frischen Kick in der Sprache hätte, aber manche Gedankensprünge wirken schon etwas unüberlegt .Jedenfalls wird nichts mehr vor Ort benutzt, vertilgt, verdrückt oder genossen.

Alles ist to go: Coffee to go. Food to go.  Und man munkelt, dass bereits beim Einkaufen alles to go ist. Aber was ich tatsächlich 2010 noch neu entdeckte: Weihnachtsbäume to go.  Kein Scherz! Leider habe ich mir keinen gekauft, sonst wäre ich wohl gefragt worden. „Zum hier dekorieren, oder zum mitnehmen?“ Grandios, Weihnachtsbäume zum to goen.

Mein Leben als Rentner - Das Experiment

Keine Zeit ist ein gutes Stichwort.

In dem heutigen Jetzt hat keiner mehr Zeit. Was sehr verwunderlich ist, da eigentlich mit der Modernisierung alles schneller wird und man rein theoretisch mehr Zeit haben müsste, wenn man zum Beispiel nicht 2 Stunden warten muss, bis Windows 3.1 hochgefahren ist. Selbst Rentner haben keine Zeit mehr. Aber dieses Geheimnis habe ich wohl ergründet, in einer Selbststudie, Entschuldigung “Geduldsfolter“. Es liegt an der “Mono-Beschäftigung“. Full -Time Rentner schaffen exakt nur eine  größere Tätigkeit täglich. Der Rest des Tages bleibt für Traumschiff und den Musikgarten im TV übrig, was man ja nicht grade als aktive Tätigkeit bezeichnen kann.

So habe ich mir tatsächlich mal den Spaß erlaubt und meine Zeit mal genutzt wie ein Rentner.

Montag: Ab zum Arzt. Das ist ja alt bekannt, dass Montags die Bude voll ist bis oben hin. Das Wochenende muss echt hart sein für einen Rentner, dass er schon um 7:00 Uhr beim Arzt stramm steht. Und dann geht das Krankheiten-Battle im Wartezimmer los. Schon vom Zuhören war ich danach klinisch tot.

Dienstag: Ab auf den Friedhof. Jaha, einige mögen jetzt sagen, dass ich dahin gehöre, aber so oft ist man auch nicht da, es sei denn man wohnt bei mir in der Gegend und schenkt der Buchausgabe des  örtlichen Bürgerings Glauben. „Ein wunderschöner Friedhof, nicht nur sehr beliebt bei Spaziergängern, sondern auch ein Treffpunkt für Jedermann.“ Na ja, ironischer Weise haben sie damit auch noch recht, früher oder später trifft man sich dort tatsächlich - vielleicht. Egal, ich habe jedenfalls den Friedhof vom Flurfenster 1.OG prima im Blickwinkel und tatsächlich trifft man dort ständig ältere Leute an… warum nur?

Mittwoch: Auf ins Café. Ist euch schon einmal aufgefallen, dass 3 alte Damen bei ihrer Unterhaltung ein perfektes Zeitgefühl haben. Da quatscht keiner einem ins Wort. Haben ja auch 60 Jahre zum üben Zeit gehabt.

Donnerstag: Heute stelle ich mich den ganzen Tag in den Garten oder bei Regen an das Fenster. Habt ihr das schon mal beobachtet? Gruselig oder? Einen ganzen Tag die Nachbarn beobachten, aus Angst etwas zu verpassen. Ich war mal der Annahme, dass besagte Personen zur Arbeitszeit Sheriff waren, aber so viele? Das geht teilweise um halb 6:00 in der Früh los. Ganz Fortgeschrittene geben dann noch zum Straßengeschehen ihren Senf ab.

Freitag: Nochmal zum Arzt, es naht ja schließlich ein Wochenende.

Samstag: Die Rentnerin (beim Rentner wäre es ja sehr unlogisch - so ohne Haare)  guckt in ihren Terminkalender und stellt fest, dass heute wohl der einzige Tag ist, an denen Berufstätige zum Friseur gehen können. Also geht sie zum Friseur (mit Termin!) und babbelt einfach mal 2 Stunden lang über Gott und die Welt. Nach ungelogenen 3 Stunden Wartezeit habe ich den Friseurladen verlassen – ohne neue Frisur.

Sonntag: Nach dem erfolgreichen nicht Haarschnitt am Samstag, hatte ich keine Lust noch meinen Sonntag zu verschwenden. Aber ich kann es mir erahnen was Sonntags auf der Tagesordnung steht. Morgens Kirche, Abends Tatort.

Freitag, 7. Januar 2011