Nachdem mein PC heute eine kleine Diät von 24 GB neu erworbenen Speicherplatz gemacht hat, habe ich mir überlegt einfach mal das ewige leidige Thema der Frauen- und teilweise auch Männerwelt unter die Lupe bzw. mal auf die Waage zu legen: DIÄTEN. Das Wort kommt richtig betont so bedrohlich daher, wie ein Synonym zu Osama bin Laden.
Es gibt ja so einige Diäten:
Weight Watchers- ,
Abnehmen per Fingerdruck-,
Kohlenhydrate-,
Apfelessig-,
Mayo- ,
Vollweib-,
Mittelmeer-,
Blutgruppen-,
Brigitte-,
Fit-for-Fun-,
Fit-for-Life-,
Atkins-,
Ayurveda-,
Hollywood-Star-,
One Day-,
Null-,
Rohkost-,
3-D-,
Susan Powter-,
…
Diät.
Also Diäten on masse, bei dessen Erfindung sich offensichtlich so viel Mühe gegeben wurde, wie bei ihrer Benennung. Was schwachsinnig klingt, ist es höchstwahrscheinlich auch. Immer wieder kommen brisante neue Studien auf den Markt und der Mist vom Vortag wir schnell wieder über den Haufen geworfen. „Nachts essen macht nicht dick.“ „Nichts essen, bringt auch nichts“ , „Gelbe Häuser sind größer als Holz“ und weiß der Geier. Immer alles ausgetüftelt von Medizinwissenschaftlern und letzten Endes doch nur ein Mittel zu Zweck. Und zwar dem Zweck die Notlagen Anderer für die Zunahme des Portemonnaies zu nutzen. Schließlich gibt es auch keinerlei Diäten für die eigene Geldbörse, wobei ja die inoffizielle Money-Diät fast jeder 2. schon wohl oder übel mitmachen darf.
So sitzen sie und schwitzen sie in der Sauna-Diät, um die Ausrede vor der Freundin zu haben: „Ich hab es ja versucht, aber ich nehme nicht ab“, während sie 2 Big Burger und 30 Nuggets bestellen und vor dem Kassierer nochmal betonen, dass es ja eine Cola light sein muss, da sie auf Diät seien.
Was auch immer die Beweggründe für solche eine Ernährungsstasi sind, liegt erst einmal offen, aber ist es unser Traum unseren Lebtag unser Essen mit dem Taschenrechner zu berechnen oder Ampeln und Punkte zu zählen? Da fällt mir glatt ein Witz ein:
Zwei Gewichtsbeobachter-Aktivisten treffen sich abends am Kiosk. Sagt die eine: „Hui, ich hab noch 4 Punkte übrig uns kann mir jetzt was Süßes holen, wie viele hast du denn noch übrig?“ und sieht währenddessen verdutzt zu, wie die andere 2 Familienpackungen Schokoriegel und 3 Tüten Chips kauft. „ Ich hab einfach den ganzen Tag nix gefressen, dann habe ich mehr Punkte für das Richtige Zeug über“, gibt diese darauf wieder.
Es wird allerhand gemampft, nicht gemampft, gesportet, geschwitzt, gezählt, gefastet, gehungert, gefitnessdrinkt und am Ende grüßt dann doch wieder nur der Jo-Jo-Effekt. Ich liege wahrscheinlich bei der Behauptung, dass es nirgends so viel neu erfundenen Begriff gibt, wie im Bereich der bewussten Gewichtsreduzierung, richtig. Sicherlich genug, um einen eigenen Duden zu füllen.
Und täglich grüßt die Fitnessbarbie aus der Glotze, die einem mit 1A Synchronisation in einer Dauerwerbesendung weiß machen möchte, dass sie mit dieser Power-Büronadel 50 Kilo abgenommen hat und hält ihren Brettbody in einem zu engem Call-on-me-Bühnenoutfit in die Kamera. Kurze Nachfrage bei Brett-Piet, der uns ebenfalls bestätigt, dass er mit der Power-Büronadel sein 6-Pack erlangt hat und gleichzeitig sein Jurastudium absolviert hat. Und wenn sie noch heute bestellen, erhalten sie ein Gymvideo von Ingeborg Schnabel mit brandheißen Fitnesstipps.
Doch wenn man seine Augen öffnet und sich betrachtet, während man wie ein Hamster, Teil eines Perpetuum-Mobiles wird, müsste man eigentlich über sich selber lachen, dass man solch einem Schwachsinn Glauben geschenkt hat. Man war nur der Hamster für die Geldbörse der Anderen, obwohl man eigentlich mit so naheliegenden Dingen schon bedient gewesen wäre.
Tanzt, bewegt euch und esst viel „Grün“ und wenig „Rot“, um es diätisch zu sagen, oder anders: Augen auf beim Eierkauf. Denn zwar nicht nur, wenn wir tot sind, leben wir in einer Welt voller Scheiße, wie GI-Joe zu sagen pflegt, sondern, wenn wir solche eine Scheiße glauben.