Heute google ich mich tot.
Und das "Lustige" daran ist, das tue ich wortwörtlich.
Das Internet ist ja voll von Halbwissen, Wissen und dazu ernannten Wissen.
Ich werde regelmäßig ermahnt mich nicht im Internet umzuschauen, falls mir etwas fehlt.
Die Selbstdiagnose via Internet hat nämlich einige Nachteile: Sie ist grenzenlos, hysterisch und vor Allem, nicht auf den Patienten abgestimmt, sondern behandelt nur generelle Fälle.
Gut, das möchte ich jetzt mal austesten. Ich überlege mir einen Schmerz und suche, was ich wohl möglich haben könnte.
Ich versuche es mal mit Schmerzen im Handgelenk.
Eine Dame hat von Schmerzen im Handgelenk berichtet und sucht nun Rat in einem Forum.
Es fallen sofort Diagnosen anhand ihres kurzen Textes.
Gewiss nach dem Prinzip: "Die Freundin meines Opas hatte das auch mal und jetzt weiß ich, was das ist."
Erste Diagnose: Sehnenscheidenentzündung. Doch das wird gleich zunichte gemacht, weil es wohl nicht gefährlich genug ist. "Ich tippe darauf, dass es deine Nerven sind. - Karpaltunnelsymdrom", direkt mit Link, um die Katastrophe gleich nachlesen zu können. Mit dieser Halbwissendiagnostik gibt man sich wohl anscheinend erstmal zufrieden. Wenn ich mir so die Infos über diese Krankheit durchlese, muss ich schnell feststellen, dass es eine ernstere Krankheit ist.
"Muskelschwund im Daumenbereich, Schwäche beim Zupacken, Schädigung des Nervenbereichs, Zerstörung der Schmerzfasern. Das kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass es operativ entfernt werden muss.
Auszug: Der Eingriff wird in Vollnarkose durchgeführt. Bei Risikopatienten oder auch auf Wunsch kann unter Regionalanästhesie oder in Lokalanästhesie operiert werden. Dann ist zusätzlich eine Betäubung des Armes erforderlich, damit die für die Operation benötigte Blutleere besser ertragen wird. Sie kann als Axilläre Blockade oder intravenöse Regionalanästhesie durchgeführt werden. Zur Herstellung der Blutleere wird das Blut mit einer ringförmigen Walze aus dem Arm "gewickelt" und das Rückströmen des Blutes in den Arm durch eine Blutsperremanschette verhindert.
Dann bleibe ich erstmal bei dieser Diagnostik.
Ursachen sind teilweise Alkoholmissbrauch, Nierenschäden, Diabetis melitus...
Alkoholismus kann man in der Regel selber abwegen, aber vielleicht wusste man noch nichts von seinen Nierenschäden oder Diabetis melitus.
Da wären wir schon bei der nächsten Hysterie. Wir suchen nach Erklärung, stolpern über die Ursachen und flutsch, breitet sich eine neue Sorge aus. "Vielleicht habe ich Nierenschäden? Aber sie sagten doch was von Nervenschäden?!"
Jetzt googeln wir mal nach Nervenschäden.
N-TV weiß Rat: Anfangs pelziges Gefühl, später Schmerzen in Hand oder Fuß. Passt doch auf den ersten Blick schon einmal. Ich fange erneut Ursachen auf: Krebsleiden und Erbkrankheit. Eine weitere Seite spricht von Vergiftungen. Symptome wie zitternde Hände kommen hinzu.
Gucken wir mal unter zitternden Händen nach, den hier spielt unsere Erinnerung mit und wir erinnern uns an des öfteren zittrige Hände. Und schon bin ich bei Parkinson gelandet.
Symptome: Schmerzen am Bewegungsapparat. Na, das passt doch.
Auszug: Dabei kommt es zu einem Absterben von Nervenzellen.
Das geht doch noch etwas genauer, oder? Ich google und lese, dass es kein Heilmittel für Parkinson gibt. Klingt schon schlecht...
Als wissensdurstiger Mensch google ich folgendes: "Wie äußern sich abgestorbene Nervenzellen?" Und bekomme ein Ergebnis mit Orgasmus und eins mit Tollwut.
Der Orgasmus klingt abwegig, also machen wir uns mal bei Wikipedia über die Tollwut schlau:
Infektion durch Schleimhautkontakt, führt fast immer zur tödlichen Gehinrentzündung. Gehirnentzündungen äußern sich ebenfalls mit Lähmungen und Krämpfen.
Langsam artet es offensichtlich aus, wie vorhergesagt und ich erkennen, dass ich noch Stunden lang so weitermachen könnte.
Mein Fazit:
Wir fangen mit etwas kleinem an und aus einer Mücke wird durch das Internet tatsächlich ein Elefant gemacht. Ein Sammelsurium von Auskünften, die nicht geeignet für Gutgläubige und naive Ja-Sager sind, die blind auf das Medium Internet vertrauen.
"Ich habe meine Hausaufgaben gegoogelt und eine 1 dafür bekommen, also hat Google immer Recht."
Diese Gutgläubigkeit ist leider weit verbreitet und ist in diesem Falle noch hinderlicher, sich selbst zu diagnostizieren. Da es ja bekanntlich noch den Hang zur Übertreibung gibt, und der aufmerksamkeitsgeile Mensch sich gerne in etwas hineinsteigert, kommt also alles infrage.
Das Hirn matert: "Nichts kommt von ungefähr" und so kommt es wohl auch infrage, dass wir vielleicht noch eine Andere schwere und noch unentdeckte Krankheit haben. Wer zuvor noch kein Hypochonder war, ist es spätestens danach.
Was ich mich nun frage: Ist dieses Phänomen in Deutschland vielleicht noch schlimmer? Der Deutsche dreht ja schon durch, wenn 10.000de von Kilometern ein Unglück passiert und verfällt in seine Klischee-haftige Hysterie.
Wie auch immer der Mensch auf solche eine gegoogelte Selbstdiagnose reagiert, ich weiß:
Ab zum Arzt, der sollte es eigentlich besser wissen... sollte...
Ich pflanze einen Gedanken,
begieße ihn mit meinen Ideen
und schon bald
trägt mein Baum leckere Früchte.
Mittwoch, 29. Juni 2011
Heute habe ich mich mal tot gegoogelt.
Sonntag, 26. Juni 2011
Ich bin die, ...
Ich bin die,
Die gerne von Gabeln mit großen Zinken isst.
Ich bin die,
die es nicht haben kann, wenn man Chipstüten auf der falschen Seite öffnet.
Ich bin die,
die ihren Tieren täglich neue Spitznamen gibt.
Ich bin die,
die mit der Zahnbürste im Mund durch die ganze Wohnung läuft.
Ich bin die,
die nicht mit nackten Füßen schlafen kann.
Ich bin die,
die sich mit ihren Füßen in der Decke in den Schlaf wühlt.
Ich bin die,
die auf der Toilette singt und pfeift.
Ich bin die,
die mit ihrem eigenen Spiegelbild tanzt.
Ich bin die,
die sich gute Filme 100 Mal angucken könnte.
Ich bin die,
die eine Schachtel Johannisbeeren auf einmal verputzt.
Ich bin die,
die Lieder mitsingt, selbst wenn sie den Text nicht kennt.
Ich bin die,
die sich über unlogische Filme aufregt.
Ich bin die,
die sich ohne Hausschuhe schmutzig fühlt.
Ich bin die,
die mit offenen Augen durch die Welt geht.
©Gothfrosch
Schwarze Katzen bringen kein Unglück.
Schwarze Katzen bringen Mäuse.
©Gothfrosch
Donnerstag, 23. Juni 2011
Alle Jahre wieder kommen die Gruftiekinder
Einmal im Jahr, ist Leipzig voll mit den Seelen der schwarzen Szene. 20.000- 30.000 Besucher des Wave Gotik Treffens, sorgen für guten Umsatz, gute Laune und jede Menge Gesprächsstoff. Zu bestaunen das Schaulaufen Einiger durch die Stadt und über das Agragelände und somit viel Arbeit für Fotografen.
Ich hatte dieses Jahr die Ehre zum zweiten Mal dort anwesend zu sein. Man konnte viele Freunde wiedertreffen und auch viele nette Leute kennenlernen. Einige Impressionen konnte ich sammeln, sind diese dennoch dürftig, da ich 2 Tage wegen einer Blitzerkältung notgedrungen ausfallen lassen musste. Für ein 15 Minuten Video hat es aber gereicht. J
Viel Spaß!
© Gothfrosch
Mittwoch, 22. Juni 2011
Graf Lustig und seine Wendlerfans
Mit etwas Verspätung durch WGT und Co. , geht dieser Eintrag dann auch endlich mal raus.
Ich halte meine Versprechen.
Ich habe es auch am 05.06 gehalten – zu meinem Leidwesen. Ich hätte wirklich mal auf sowas wie moralische Bedenken pfeifen sollen und wäre einfach Daheim geblieben.
An diesem Sonntag ging es Dank meinem Versprechen mitzukommen, in Richtung Gelsenkirchen zu einem Unheilig-Konzert. Schon während der Parkplatzsuche spielte sich Merkwürdiges ab. Eine riesen Schar nicht „schwarz-Szenierte“ Menschen latschte in Richtung des Amphitheaters. Mein erster Gedanke: „Ist hier heute Trödelmarkt?“ Doch als ich Einblick in das Theater bekam, traf mich der Schlag. Ich guckte prüfend auf die Karte: „Ne, hier ist heute keine Fußball-Liveübertragung.“
Die Masse bestand aus bunt bekleideten Muttis, Vatis, Kindern und überwiegend Frührentnern. Hier und da mal eine schwarze Seele, ganz verirrt. Ich war so baff, dass ich erst einmal ein Foto machen musste. Ich hätte ein paar Hobbygrufties erwartet, aber nicht das. Unheilig – an was denkt man da? Menschen, die sich gegen die Kirche, Glauben und Konservativität rebellieren. Und was war da? Die Arbeiterwohlfahrt, Kirchengruppen und die Konservativität in Fleischlichkeit, mit Unheilig-Tour-Shirt und geblümten Omaröcken, oder bei den Herren kurze Hosen mit Sandalen und Socken. Da haben die Charts tatsächlich genau das in die Szene geholt, was diese immer versucht hat zu bekämpfen.
Der erste Shock war verdaut, musste ich feststellen, dass dieser Haufen Frührentner nicht nur optisch, sondern auch innerlich schon in die Rentenjahre einging. Toleranz, Akzeptanz und Lockerheit, wurden dort getauscht in Senilität, Aggressivität und totaler Intoleranz. Ich hatte die Hoffnung ja noch nicht ganz verloren und versuchte diesen Gedanken noch zu verdrängen und das Gute in der Sache zu sehen. „Komm, der Bernd ist jetzt berühmt, gönnen wir ihm das. Tut vielleicht der Szene auch gut. Die Leute sind bestimmt auch ganz OK.“ Aber diesen Gedanken verwarf ich so schnell wie er gekommen war, als ich fast auf einen Regenschirm getreten wäre und von der Dame dermaßen zusammengeschnautzt wurde. Bei der Dame mit der Plastiktüte (auf die ich auch fast in dem Gedrängel getreten wäre) war dann die Hoffnung ganz im Eimer.
So wie das Wetter den Bach runtergegangen war, versanken auch die Vorbands Down Below und And One. Geiles Line-Up mit And One eigentlich, aber nicht für eine Gesellschaft die Texte zum mitsingen, mitklatschen und mitschwofeln möchte. So tanzte ich mit ein paar wenigen für And One im Regen und musste mir die Buhrufe der intoleranten Gesellschaft anhören und wäre meiner Sympathie zu dieser Musik wegen, fast mit Kukident und Zahnprothesen beworfen worden. Spätestens da hatte ich so den Kaffe auf, dass ich laut fluchend und schimpfend durch die Menschenmasse lief mit Aussagen wie: „Was will man auch von so einem senilen Publikum erwarten? Dass die keine Ahnung von Musik haben war zu erwarten und nicht wissen, dass so eine Band wie And One schon berühmt war, als der Graf noch musikalisch in die Windeln geschissen hat und allen seine ungewollten Autogramme andrehen musste.“
Doch nicht nur ich war entsetzt, auch die befreundeten Standverkäufer, die ich alle vom WGT kenne. Dass es bei Mutti Gitte und Papa Franzel mit Kontaktlinsen und Korsetts nicht viel zu holen gab, war glaube ich selbsterklärend. Mir wurde berichtet von den erstmals in 20 Jahren Szeneverkauf vorgekommenen Pöbeleien und anderen Unannehmlichkeiten. Wir kamen alle zu dem Urteil, dass Unheilg in der Szene erstmals ausgefrühstückt hat. Wer einmal Blut geleckt hat, scheißt auf sein Publikum, Hauptsache Ruhm. Solch eine Weichspülergesellschaft singt gerne mit zu Texten, die das Herz ergreifen. Doch so herzergreifend die Texte und Videos sind, so wortwörtlich Asoziales spielte sich auf diesem Festivalgelände ab. Eines der abgespielten Videos zeigte einen Jungen im Rollstuhl. Das wollen die Menschen ja schließlich sehen: Behinderte, die Dank herzergreifenden Texten wieder gesund werden, um sie anfänglich auf jeden Fall zu bemitleiden. Und was wurde gemacht mit den Behinderten? Ein blinder Junge wurde nicht in den abgesicherten Kinderbereich gelassen, da sein Vater keinen Familienpass hatte und die Anderen wurden wie Vieh ganz oben in der hintersten Ecke hinter Absperrband mit ihren Rollstühlen abgestellt. Na großartig. Nach der Devise: Baut mehr Behindertenparkplätze, das brauchen sie ja auch…
Mit innerlich brüllender Wut und nach Rache schreiender Seele ging ich nach Hause und regte mich noch 2 ganze Stunden danach auf.
Aber: Ich konnte Mutti mit dem Konzert eine riesen Freude machen und dann war es das ja doch irgendwie wert. :* Und nein, du bist keine Frührentnerin. ;)
Freitag, 3. Juni 2011
Leben
Traurig aber wahr, viele wissen es nicht:
Heimatærde - Leben
Lyrics zum Lied:
Wie viele Menschen wissen, das sie leben?
Wie viele Menschen wissen, das sie wirklich leben?
I feel like a hole. My head is heavy.
The world it creased me, it’s so great.
´Cause I’m in me, a world for myself
Showing to no one no matter who.
Everything is passing me like in a scene.
And in my role, there is nothing.
I don’t know where I belong to
And I am frightened of this.
Leben, was ist das, ich weiß es nicht.
Leben, Leben, Leben, Leben.
Leben, was ist das, ich weiß es nicht.
Leben geben,
Leben nehmen.
I lived my life to be free
That’s what I’ve been taught to be.
And my whole body is a prison
Where I have no chance to escape from
Well I can see, hear and feel,
But even though useless for life.
And all my life I’m lost in the nightmare
Where I have no chance to awake from.
Leben, was ist das, ich weiß es nicht.
Leben, Leben, Leben, Leben.
Leben, was ist das, ich weiß es nicht.
Leben geben,
Leben nehmen.
Wie viele Menschen wissen, das sie wirklich leben?
I feel like a hole. My head is heavy.
The world it creased me, it’s so great.
´Cause I’m in me, a world for myself
Showing to no one no matter who.
Everything is passing me like in a scene.
And in my role, there is nothing.
I don’t know where I belong to
And I am frightened of this.
Leben, was ist das, ich weiß es nicht.
Leben, Leben, Leben, Leben.
Leben, was ist das, ich weiß es nicht.
Leben geben,
Leben nehmen.
I lived my life to be free
That’s what I’ve been taught to be.
And my whole body is a prison
Where I have no chance to escape from
Well I can see, hear and feel,
But even though useless for life.
And all my life I’m lost in the nightmare
Where I have no chance to awake from.
Leben, was ist das, ich weiß es nicht.
Leben, Leben, Leben, Leben.
Leben, was ist das, ich weiß es nicht.
Leben geben,
Leben nehmen.
Donnerstag, 2. Juni 2011
Ein Film der Zwischenmenschlichkeit:
Das Fazit der Zwischenmenschlichkeit ist wie ein Kinofilm, den wir uns alle wenigstens einmal im Leben ansehen werden.
Und so sitzen wir in diesem Kino und schauen uns einen Rückblick von unserem Erlebnissen an.
Wir haben die Regie geführt bei diesem Werk, dass uns viel Einsatz gekostet hat. Aber wir haben es eben gerne getan, weil es für die anderen war und wir diese Selbstlosigkeit den anderen als Dank gewidmet haben.
Wir sitzen im Kinosessel, des leeren Kinosaals und haben uns die besten Snacks mitgenommen.
Ein Becher Vorfreude, eine Tüte Erwartung, ein Päckchen Hoffnung und ganz wichtig, die Zuversicht am Stiel.
Der Vorspann beginnt und unsere Nervosität steigt und das nicht ohne Grund, wir haben schließlich alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die beste Starbesetzung zu bekommen.
Brad Nächstenliebe, Julia Sorgfalt, Eva Liebe, Bruce Willenskraft, Angelina Zeit, Johnny Aufopferung, Mila Kampfgeist, Winona Sorge und viele weitere namenhafte Stars.
Wir sehen einen Film, der so viele Emotionen in uns auslöst.
Wir haben so viele schöne Momente, aber auch traurige mit unseren Zwischenmenschen erlebt.
Viel genommen. Viel gegeben.
Viel gelacht. Viel geweint.
Viel geredet. Viel geschwiegen.
Viel gelernt. Viel vergessen.
Viel bewirkt. Viel gelassen.
Viel bemerkt. Viel ignoriert.
•
Viel Nähe. Viel Ferne.
Viel Liebe. Viel Hass.
Viel Schlaues. Viel Dummes.
Viel Hoffnung. Viel Sorge.
Ein Werk unser neigt sich dem Ende zu und der eigentliche Höhepunkt erwartet uns noch. Die Auszeichnung eines jeden Filmes, die Dankesrede unseres Zwischenmenschens.
Der Film endet. Die Bühne wird beleuchtet. Spannung breitet sich in uns aus. Wir sehen, wie der Zwischenmensch auf die Bühne steigt. Er stellt sich an das Mikro, räuspert sich.
Ein langer Moment des Schweigens.
Vor Nervosität auf dem Sitz hin und her rutschend, warten wir auf sein Urteil.
Er setzt zur Rede an und seine Worte folgen:
Und so sitzen wir in diesem Kino und schauen uns einen Rückblick von unserem Erlebnissen an.
Wir haben die Regie geführt bei diesem Werk, dass uns viel Einsatz gekostet hat. Aber wir haben es eben gerne getan, weil es für die anderen war und wir diese Selbstlosigkeit den anderen als Dank gewidmet haben.
Wir sitzen im Kinosessel, des leeren Kinosaals und haben uns die besten Snacks mitgenommen.
Ein Becher Vorfreude, eine Tüte Erwartung, ein Päckchen Hoffnung und ganz wichtig, die Zuversicht am Stiel.
Der Vorspann beginnt und unsere Nervosität steigt und das nicht ohne Grund, wir haben schließlich alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die beste Starbesetzung zu bekommen.
Brad Nächstenliebe, Julia Sorgfalt, Eva Liebe, Bruce Willenskraft, Angelina Zeit, Johnny Aufopferung, Mila Kampfgeist, Winona Sorge und viele weitere namenhafte Stars.
Wir sehen einen Film, der so viele Emotionen in uns auslöst.
Wir haben so viele schöne Momente, aber auch traurige mit unseren Zwischenmenschen erlebt.
Viel genommen. Viel gegeben.
Viel gelacht. Viel geweint.
Viel geredet. Viel geschwiegen.
Viel gelernt. Viel vergessen.
Viel bewirkt. Viel gelassen.
Viel bemerkt. Viel ignoriert.
•
Viel Nähe. Viel Ferne.
Viel Liebe. Viel Hass.
Viel Schlaues. Viel Dummes.
Viel Hoffnung. Viel Sorge.
Ein Werk unser neigt sich dem Ende zu und der eigentliche Höhepunkt erwartet uns noch. Die Auszeichnung eines jeden Filmes, die Dankesrede unseres Zwischenmenschens.
Der Film endet. Die Bühne wird beleuchtet. Spannung breitet sich in uns aus. Wir sehen, wie der Zwischenmensch auf die Bühne steigt. Er stellt sich an das Mikro, räuspert sich.
Ein langer Moment des Schweigens.
Vor Nervosität auf dem Sitz hin und her rutschend, warten wir auf sein Urteil.
Er setzt zur Rede an und seine Worte folgen:
"Fick dich!"
Was ein vernichtendes Urteil für unseren Film...
Mittwoch, 1. Juni 2011
Selbsturteil
>>Wer andere anklagt, verurteilt sich selber.<<
© Gothfrosch
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