Lang‘ Lang‘ ist es her, dass ich mir mal wieder die Zeit
genommen habe oder besser die Zeit und die Ruhe für einen umfassenderen Text
nehmen konnte. Es ist viel passiert und gerne bleibt man mal mit einem Fuß an
einer Kante hängen und legt sich kreativ auf die Nase. Ich hoffe, dass ich das
Schreiben nicht ganz verlernt habe, wenn ich ja nicht von Talent reden möchten,
sondern davon zu interessieren, denn irgendwer will das ja auch lesen. ;) So
Kreativpausen sind manchmal aber auch ganz erfrischend und man kann sich wieder
etwas auf zentrale Themen zurück konzentrieren, wo man doch manchmal schon
gerne hingehen würde und jeden Stuss posten möchte und es wohl tun würde. Mein persönliche Lieblingspost aus
meinem Freundeskreis lautet ja wie folgt: „Ich habe Durchfall.“ Das zu
schreiben ist ja schon Durchfall an und für sich.
Na ja, anderes Thema: Ich bin gestern durch die Gegend
beigefahren (Ich bin ja passionierte Beifahrerin) und habe in den fast winterlichen
Sonnenuntergang geschaut und dann kam es mir: „PING! Schreib doch mal wieder
was!“ Ich faule Socke muss aber zugeben, dass ich den folgenden Taxt schon vor
einiger Zeit geschrieben habe, ihn lediglich nur jetzt den Endschliff verpasst
habe. ;) Jetzt ist sie wieder da, die alte Gothfrosch und versucht sich ihrer
Selbstfindung im Schreiben wegen, mal wieder etwas aktiver und engagierter zu
zeigen.
***
Gemeinsam gegen sich selbst:
Wir sind ja im Grunde genommen eine riesige Masse von
Menschen. Ein Brei. Alles steht im Sinne der Massenpsychologie, des Massenwahns,
des Kommerzes. Massenwahn, Massenhysterie, massenhaft Connection und alles geht
im Brei der immer während gleichen Masse unter. Wer etwas anderes als die Masse
tut, wird wegrationalisiert. Masse macht’s. Nicht Qualität sondern Quantität. Wir
sind eine riesige Massenbewegung. Tun fast das Gleiche, lernen das
Gleiche, tragen das Gleiche (was grade so in ist) und denken das, was die Masse eben so denken darf.
Doch obwohl wir EINS zu sein scheinen, sind wir doch ganz
egoistische Individuen. Im Grunde eine Antimasse. Antibakterien gegen die eigene
Spezies. Die Masse ist nicht in der Lage sich trotz der totalen Gleichheit sich
einig zu werden. Wir würden uns niemals als Eins betrachten, obwohl wir ständig
dazu beitragen ein Fluss von Parallelgesellschaft zu werden. Niemals würden wir
uns als eine ganze Gesellschaft zusammenschweißen. Das fängt im Alltag an und
endet in unseren teils verwerflichen Gedanken. Wir konkurrieren uns im
Straßenverkehr, schimpfen und hupen anstatt ein Problem gemeinsam zu
bewerkstelligen. Jeder sitzt in seinem Wagen und alles außerhalb der Karosserie
betrifft uns nicht mehr. Niemals würden wir die ganzen Trauben an ihrem Strunk
darin sehen, sondern immer nur sich als eine einzige Weintraube. Wir zeigen mit
dem Finger auf die anderen und separieren uns nur zu gerne aus der
Gesellschaft, obwohl wir wie tote Fische im Strom mit schwimmen und dazu
beitragen mit unseren Kadavern andere Leiber mit in den Strom zu reißen.
Anstatt eins zu werden, strampeln wir mit unseren Füßen
gegen die Bindung und bleiben lieber alleine und im nächsten Moment handeln wir
wieder wie die Masse und beschweren uns, dass wir so verdammt einsam sind.
Viele interessiert die Person nicht, die neben ihm steht. Man guckt sie kurz an
und urteilt vielleicht über die Kleidung und die Figur, dann existiert die
Person schon gar nicht mehr. Keine Gedankengänge wie: „Ist die Person
glücklich, nett oder was hat sie wohl so für Hobbys?“ Nichts, nur der starke
magnetische Sog der allgemeinen Massengedanken, lässt uns vielleicht 2-10
Sekunden an einer Identität haften. Wir entwickeln uns zu mechanischen
Einzelgängern und bemerken diesen schleichenden Prozess nicht einmal. Wenn sich
doch eine Bindung anbahnt haben wir Angst. Wir sind den Trott der massenhaften
Einsamkeit so gewohnt, dass es schon fremd scheint nicht mehr alleine zu sein.
Wir öffnen uns ja im Grunde genommen nie einem Menschen, auch nicht wenn wir
mit ihm eine tiefe Beziehung eingehen. Unsere Gedanken bleiben immer alleine
und finden nie die große Liebe oder einen Gesprächspartner im übertragenen
Sinne. Selbst wenn wir unsere Gedanken frei heraus plappern würden, würde das Meiste
sich wieder alleine in der Welt verlieren, sei es nicht gehört worden, gewollt
nicht gehört worden oder vergessen worden zu offenbaren. Wir schlucken Gefühle
runter und sind zu feige sie teilweise zuzugeben. So verlässt uns nie das, was
eigentlich ankommen soll. Das Perpetuum Mobile der Einsamkeit wird angefeuert
von unseren Sisyphosen an Klagen, die ja doch nichts ändern.
„Sei anders!“ ist nur ein Synonym für „geh mit der Mode!“ , und
zupp, macht das Jeder! Schon zu sagen: “Ich bin anders!“, ist die Äußerung
eines Jeden. Wir wollen uns mit der
Äußerung ja sogar bewusst separieren, doch sind wir es eh nicht. Wir suchen die Schuld immer bei dem Anderen und zeigen
gegenseitig mit dem Finger auf uns. Selbstbetrug macht es uns leichter als sich
zu sagen: „Meine Schuld!“ Einen Menschen
kann man immer leichter etwas an den Kopf werfen als ihm Komplimente zu machen.
Es gibt nicht den Fall, dass es keine Antwort auf etwas
gibt. Es gibt immer mindestens Eine! Zur Not baut sich unser Gehirn eine und
fängt an diese zu akzeptieren.
Und das ist nun mal alles Teil von Masse.
Massenhaft Masse, scheint klasse.
Masse ja und amen.
Gemeinsam einsam.
Gemein sein nicht sein.
Eins sein? Lieber keins sein…