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Oft hat man mich schon gefragt, woher ich denn meine Ideen nehmen würde. Auch meinte man schon ich solle doch für Zeitungen schreiben. Ich versuche aber nicht all zu hoch zu traben und bleibe mal lieber auf dem Teppich und erzähle euch einfach mal, wie sich und was sich so ergibt:
Was bei mir ganz klar ist, ich kann auf Knopfdruck keine Texte schreiben, die mir dann auch gefallen. Alle Texte müssen auf spontanen Ideen-Schnipseln aufbauen. Ihr glaubt gar nicht wie viele Angefangene Blogtexte auf ihre Rehabilitierung durch Veröffentlichung warten. Ich habe grade mal gezählt und es sind 12 Stück.
Die besten Ideen kommen wie gesagt spontan. Meistens wenn ich Musik höre. Ich höre im Grunde genommen die ganze Zeit Musik, es sei denn ich schlafe, unterhalte mich oder schaue einen Film oder bin grade mal nicht in der Nähe einer Musikquelle, nehme aber auch gerne alles was meine Lieblingslieder spielen kann mit an jeden Ort. Zu Schulzeiten habe ich morgens grundsätzlich Musik gehört und hatte überhaupt keine Lust auf Unterhaltung, sowieso war ich zu müde dafür. Musik beflügelt mich unheimlich und zapft bei mir enorm meine Kreativität an. Lässt sie aus mir sprudeln küsst meine Konzentration wach.
Ihr müsstet mich grade sehen: Immer wenn ich weiß was ich schreiben und ausdrücken will, sitze ich mit Stöpseln im Ohr (Musik!), hoch konzentriert vor meinem Rechner, tippe wie wild und beiße mir vor Konzentration die Lippen wund. Damals kam noch die Zunge dazu, aber die konnte ich mir zum Glück abgewöhnen. :D Ich bin so vertieft, dass ich kaum etwas mitbekomme (wie ich sehe bin ich so konzentriert, dass ich grade in Maestia verreckt bin. :D) oder gar gestört werden kann. Abgeschirmt von Musik und Gedanken sitze ich hier und lasse die Worte fließen.
Wenn man mich anspricht und Erfolg hat meine Aufmerksamkeit zu erregen kommt meist ein leicht säuerliches, durch die Musik bedingt lautes BITTE WAS??? Das darf man nicht persönlich nehmen, aber Ideen sind wie Fische, wenn man sie gefangen hat, können sie einem auch schnell wieder aus der Hand flutschen.
Plötzlich erscheint manchmal ein Wort oder ein Satz ohne Vorwarnung. In vielen Lebenslagen, nicht nur immer beim Musik hören, obwohl dies oft der Fall ist. Oft auch wenn ich einfach nur tagträume oder etwas Sinnloses tue. Dann muss ich sie sofort niederschreiben und suche mir schnell eine Textdatei oder einen Zettel. Viele Ideen habe ich meinen Kalender im Notizbereich verewigt. Wenn ich mir das 2 Wochen später dann durchlese verstehe ich erstmals nur Bahnhof, da alles nur Stichworte beinhaltet und ich natürlich nicht mehr alles nachvollziehen kann. Oft musste ich schon schallernd lachen, da ich meinen könnte ich hätte Einen gesoffen als ich das geschrieben habe, in aller Eile mit Stichwörtern und seltsamen Umschreibungen und nicht sonderlich leserlich. :D
Oder wie ich schon einmal erwähnte, sind meine Tiere eine ungeheime Energie - und Ideenquelle. Mein kleiner Kanarienhahn Piro steht direkt über meinem Bildschirm und beobachtet mich gerne bei der Arbeit. Dann setzt er sich ganz nah ans Gitter und fängt an zu „babbeln“. Ich sage des Öfteren auch, dass er sich wohl in mich verliebt haben muss, so wie er mich immer anschmachtet mit seinen dicken Augen. Dann gehe ich mit dem Gesicht zu ihm hin und rede mit ihm und er pustet sich dann auf wie ein kleiner Gigolo und unterhält sich freudig mit mir. So abtauchen zu können von Allem was mir durch den Kopf schwirrt, gibt mir gedankliche Regenration.
Das Schreiben tut mir unheimlich gut. Irgendwie ist es Selbstfindung und Stressabbau zugleich. Man ist in seiner kleinen Welt aus Wörtern. Wörter die man sich selber zuspielt, zusammen flechtet. Sie tanzen lässt, sie sich vermehren lässt, sie sich Lieben lässt. Erst sind es nur einige Wörter, dann erzählen diese plötzlich gemeinsam eine Geschichte. Ein Ballett der Ideen beginnt in meinem Kopf.
So, mehr oder minder entstand auch dieser Text und ihr wart quasi live dabei und hattet Freikarten. ;) Ich hoffe die Aufführung hat Gefallen gefunden. *verbeug* :D
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Bild: Der einzigartige David Hamilton "La Danse"


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